Abfall und Recycling im Naturpark Wildeshauser Geest

Die Abfallsortieranlage bei Bassum Kätingen

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Mülltourismus im Naturpark Wildeshauser Geest

Wenn Schwedens Müll auf Reisen geht, entsteht im Kätinger Wald ...


"... ein gewaltiger stinkender Berg von weißen und gelben Müllsäcken."

So schrieb die Regionale Rundschau, Tageszeitung für Stuhr, Weyhe und Bassum in ihrer Ausgabe vom 06.11.2000. Seit damals sind mehr als 12 Jahre vergangen und der Müllberg stinkt und wächst immer noch. Nach eigenen Angaben der Gesellschaft für Abfall und Recycling mbH und Co. KG (GAR) werden zur Zeit 270 Tonnen Verpackungsmüll pro Tag sortiert, die mit LKWs angeliefert und wieder abgefahren werden (Quelle: Kreiszeitung vom 04.12.2012). Und ein erheblicher Teil des Mülls kommt von ziemlich weit her, aus Schweden und Norwegen.
 
Betreibt die GAR so eine Art von "Nachbarschaftshilfe" für Schweden? Weil es in ganz Schweden nur eine einzige, große Sortieranlage gibt, wie die GAR im o.a. Artikel behauptet? Oder wird hier ganz einfach nur internationaler Müllhandel betrieben?
 
Wenn das wahr wäre, könnte der GAR ein ganz gewaltiger Imageschaden drohen, denn internationaler Müllhandel verstößt gegen das Hauptprinzip des Umweltrechts, das Verursacherprinzip.
 
Für Mitgliedstaaten der EU ist es weitestgehend untersagt, Abfälle in Länder außerhalb der EU zu exportieren. Auch innerhalb der EU gilt für die Müllentsorgung das Näheprinzip: Müll soll möglichst nah am Standort der Entstehung entsorgt werden.
Dieser zentrale Grundsatz wird oftmals durch vorgeschobene, fadenscheinige Argumente ausgehebelt. So wird für den Müllexport häufig das Argument der Nachbarschaftshilfe für Länder angeführt, die nicht über genügend Raum oder die notwendigen Kenntnisse über die Techniken des Abfallrecycling verfügen. Das kann in Einzelfällen zwar nicht ausgeschlossen werden, zumeist sind aber handfeste wirtschaftliche und politische Interessen am Müllhandel der Grund für den weithin ausgeübten Mülltourismus.


Mülltourismus pervertiert den Umweltschutz

Das Argument der "Nachbarschaftshilfe", die von der GAR im Sinne des Umweltschutzes für Schweden geleistet wird, wirkt auf mich geradezu grotesk. Zum einen dürften gerade die skandinavischen Länder über ausreichend Raum und Know-how verfügen, zum anderen kann es der Umwelt nicht zuträglich sein, wenn riesige Mengen von Verpackungsmüll mit LKWs über viele Kilometer transportiert werden.
 
Die ursprüngliche Idee, durch Müllrecycling Rohstoffe zu schonen und die Natur zu entlasten wird durch den Mülltourismus ins Gegenteil verkehrt. Solche Transporte als Maßnahmen des Umweltschutz zu definieren ist pervers.
 
 


Link zur Kampagne

Leichtverpackungen bei der GAR

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GAR - das Wertstofflager

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Recycling bei der GAR

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Gelbe Säcke bei der GAR

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